über konservativismus

für einen nicht konservativen kann das wort schon zu verwirrung führen: was konservieren die denn?
ich denke man kann zwischen 3 ’stufen‘ das konservativismus unterscheiden:

die erste stufe nenne ich mal ‚passiven konservativismus‘ das bedeutet nichts anderes als neues (also bisher unbekanntes) zu ignorieren
das erfordert weder irgendeine anstrengung noch ist es überhaupt vermeidbar, weil es als einziges individuum praktisch unmöglich ist von allen entwicklungen zu erfahren und erst recht nicht zu verstehen

die zweite stufe ist der private konservativismus: die gezielte verneinung von neuem und der versuch altes wiederherzustellen und zu pflegen, im ramen der eigenben freiheit
das ist sicher individuell vermeidbar aber auch nicht zwingend unvernünftig, es hatte schließlich auch bestimmte gründe warum es einmal gang und gebe war
schließlich können aufgrund eines kurzweiligen hypes durchaus gute dinge in vergessenheit geraten
auch wenn privater konservativismus machnal auf unverständnis stößt kann er also durchaus eine bereicherung für eine gesellschaft sein
vor allem wenn es viele so antitraditionelle freaks wie mich gibt :D
zum privatem konservativismus kann man harmlose nostalgiker und friedliche primitivisten zählen

von wesentlich unnoblerer natur ist dagagen der autoritäre konservativismus:
er beschreibt die direkte machtasübung zumwohle von vergangenen oder durch neues ‚bedrohten‘ dinge
dies ist einerseits illegitim da man andere zu etwas zwingt, und das ohne eine eventuelle dringlichkeit
das stößt dann automantisch auf wiederstand, führt zu unfreundlichen konflikten und einemschlechten sozialen klima
neben diesem despotismus werden der gesellschaft und damit den individuen starke schäden zugefügt, da ihr gezielt möglichkeiten genommen werden sich weiterzuentwickeln
man nimmt sogar privat konservativen die wahl weil innovationen schon verhindert werden und ihr meiden nutzloser macht
zum autoritären konservativismus kann man fast jeden religiösen fundamentalismus, nationalismus (synonym: patriotismus) sowie einen großteil konservativer ‚politik‘
ich würde mir wünschen das privat konservatve dieser repression genauso kiritsch gegenüberstehen wie progressive, weil es ihre gesellschaftliche position untergräbt und lächerlich macht

wer technologien verbieten will nimmt ihr damit die möglichkeit ihre eventuelle nutzlosigkeit oder schädlichkeit zu beweisen (was ja eigentlich der einzige grund dafür währe warum man diese technologie meiden sollte)
lieber sollte man den forschern und innovatoren kritisch auf die finger schauen und ethische bedenken lautstark bekanntmachen und klare vebrechen als solche aufdecken
zu solchen verbrechen könnte man z.b. den mord an embrionen zählen.. allerdings kann das inkonsequent erscheinen wenn man gleichzeitig den massenmord an ’schlachtvieh‘ gutheißt

autortärer progressivismus ist meiner meinung nach einfach ein widerspruch, weil autoritäre strukturen dem fortschritt immer eine last sind
wer fortschritt erzwingen will, nimmt vordenkern ihre visionen und ihre begeisterung
und so wird es nur ein fortschritt im sinne der autorität, aber ein rückschritt für alle ‚untertanen‘

–marti

4 Responses to “über konservativismus”


  1. 1 Marco Fr 2007/Sep/14 um 13/24/03

    Ich sehe mich ja als konservativen Libertären. Was nun linke und rechte Kollektivisten und Etatisten nicht begreifen, ist das Wesen des Libertarismus.

    Für Kollektivisten und Etatisten gibt es immer nur eine Eben, auf der sich alles abspielt. Diese Ebene wird nach links und rechts getrennt. Jene, die auf der gegenüberliegenden Seite der eigenen Position verortet werden, sind dann die „Bösen“, die Gegner, manchmal sogar die „Feinde“.

    Ein Libertärer (gleich welher sonstigen Attributierung) kennt eine solche Eindimensionalität nicht. Für ihn gibt es zumindest zwei Ebenen: 1. die gesellschaftliche und 2. die persönliche.

    Auf der gesellschaftlichen Ebene vetritt der Libertäre ein Maximum an Freiheit für jedes Individdum und das Ohne-Zwang-Prinzip.

    Was auf der persönlichen Ebene abläuft, ist demgegenüber eine andere Frage. Jeder soll tun und lassen, was er mag, so lange er nicht Leben, Freiheit oder Egentum (als Produkt von Leben und Freiheit) anderer beeinträchtigt, und für sein Handeln (und Unterlassen) die Verantwortung tragen.

    Um den Kreis zu schließen: konservative Etatisten, die meinen ganz genau zu wissen, was für andere gut und richtig ist und es ihnen deshalb aufzwingen, lehne ich ab und zähle ich zu meinen klaren Gegnern. Genau so verhält es sich mit linken Etatisten und Kollektivisten.

    Mein Realitätssinn sagt mir jedoch, dass die Bedrohung der Freiheit primär von den Protagonisten des linken Etatismus und Kollektivismus ausgeht, denn von konservativen. Obwohl die Trennlinie zwischen beiden heute wohl gar nicht mehr so scharf ist und im Angesichte der Macht sowieso zweitrangig wird.

  2. 2 marti Fr 2007/Sep/14 um 22/15/11

    ich teile die gleichstellung von leben freiheit und eigentum auch nicht

    ich denke eigentum kann in vielen situationen eine lösung sein, aber diese lösung muss von allen betroffenen akzeptiert werden
    mit anderen worten es muss eigentumsverträge geben
    ich denke ich werde auf anarchist.tv wahrscheinlich bald eine diskussion dazu anfangen

    zur autorität zähle ich außerdem nicht nur den staat, sondern eben auch zwangslohnarbeit (ohne die man nicht leben könnte) und traditionelle zwänge (die durchaus ohne staat funktionieren können, sondern mit mitteln vom sanften druck bis zum rohrstock)

    es für mich auch inakzeptabel wenn leute in eine religion ‚angeboren‘ bekommen, von ihrer familie/wohnort aus arm sind, oder irgendwie vorgeschrieben bekommt wie er sein leben leben soll (die anderen darf er sicherlich auch nicht einschränken)

    wenn du mir in diesen punkten übereionstimmst hat das mit demwas ich als „konservative“ kenne kaum etwas zu tun
    das bild was ich von ‚typischen konservativen‘ habe sind menschen die ihren mitmenschen vorschreiben wollen wie sie sich kleiden, sich ernähren, ihre sexualität ausleben, sich beschäftigen, etc.

    möglich das da etwas verallgemeinerung dabei ist, du kannst ja mal beschreiven was du dir unter konservativismus vorstellst..

  3. 3 Marco Sa 2007/Sep/15 um 16/13/09

    @marti und a1021

    Eigentum ist ein Produkt von Leben und Freiheit. Wenn ich die Möglichkeit habe, etwas zu tauschen, beispielsweie meine Arbeitskraft gegen sagen wir mal einen BMW, dann erwerbe ich damit Eigentum.

    Denn der BMW ist ja nur der Gegenwert meiner Arbeit. Wenn Du mir jetzt meinen BMW wegnimmst, dann verstößt Du zweimal gegen die Freiheit: 1.) Du musst mich zwingen, weil ich es nicht will. 2.) Du nimmst damit den Gegenwert meiner Arbeit weg. Das wäre also so, als hättest Du mich gezwungen, für Dich zu arbeiten.

    Jemanden zur Arbeit zu zwingen nennt man Zwangsarbeit – oder besser gleich Sklaverei.

    Ich empfehle diesen Flashfilm der ISIL zur „Philosophie der Freiheit“:

    http://www.isil.org/resources/philosophy-of-liberty-english.swf

  4. 4 marti Sa 2007/Sep/15 um 19/04/39

    den film kenn ich schon, un hab ich a1021 mal gezeigt

    nunja und das mit dem „produkt aus leben und freiheit“ sehe ich erhlich gesagt eher als eine metaphysische spielerei an, wenn auch eine ganz nette

    es stellt sich erstmal die frage was denn ein ‚produkt‘ ist:
    ist freiheit die fabrik die aus leben eigentum macht
    oder umgekehrt? oder so?
    naja ein multiplikatives produkt macht für mich auch wenig sinn, da kann man auch die „löffel wurzel von teetrinken“ ziehen
    vieleher schon die summe oder die kombination von „leben“ und „freiheit“
    aber das bedeutet für mich genau eins: aus freiheit und leben kann eigentum entstehen
    und ich glaube es wird entstehen, dort wo es gebraucht bzw erwünscht ist
    und das ist meiner meinung nach nicht überall

    und ja ich denke anarchokommnuistische gesellschaft (der meiner meinung mit staats-’sozialismus‘ rein garnichts zu tun hat außer ein paar phrasen und symbole) und einer marktanarchie (die meiner meinung ebenfalls recht weit von einem staats-‚kapitalismus‘ ist) durchaus nebeneinander und miteinander existieren können.. tweilweise getrennt teilweise gemischt
    und wenn eine der beiden lösungen wirklich die ‚bessere‘ währen die menschen nie so frei in sich der jeweils anderen gesellschaft anzuschließen (gleiches gilt auch für andere gesellschaftsmodelle die wirklich anarchistisch sind)

    und die sache mit arbeitswert sehe ich anders:
    der ‚wert‘ von dingen ist grundsätzlich subjektiv
    rothbard schreibt zb auch das dinge nur deshalb getauscht werden weil sie für die tauschenden einen unterschiedlichen wert haben, nicht etwa einen gleichen
    ein feld kann z.b. einerseits für eine kunstinstallation andererseits zum anpflanzen von radieschen verwendet werden
    dinge die der kunstkenner und der feinschmecker durchaus anders bewerten

    der preis ist auf einem freien markt eine art kollektive wertschetzung eines dinges, die für die einzelnen aber nicht unbedingt verbindlich ist
    wer von glas genauso viel hat wie von diamanten ist am markt schlicht bevorteiligt

    es ist sicher richtig das die meisten für ihr eigentum auch enen gegenwert geleistet haben, aber ich denke das ziwschen sklaverei und diebstahl eine ziemlich breite lücke ist

    sicher wirst du auch eingeschränkt wenn man dich bestielt, aber es ist einfach etwas anderes als wenn einer dir bevielt was du tun sollst

    steuern sind inflation diebstahl, ohne zweifel
    und in diesem fall ist es auch ziemlich ungerechtfertigt
    aber wenn ein mensch hunger leidet hat er meiner meinung durchaus das recht sich bei leuten durchzufuttern die ihn sonst hungern lassen würden

    kurz gesagt, das eigentum sollte, als eine folge, unter der freiheit stehen

    ich schreib vielleicht gleich was dazu ins forum, kann aber eine weile dauern ;)


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