quo vadis? (zur lohnarbeit und anderem)

das leben der meisten tiere besteht nur aus essen suchen, sex und schlafen. und viele leute meinen, der mensch sollte auch wieder so leben und damit alles aufgeben was uns menschlich macht. in unserer arbeitsteiligen gesellschaft wird nahrungssuche nur halt durch „arbeit“ ersetzt; lohnarbeit.

was uns von den meisten anderen tieren unterscheidet ist unsere kreativität, unsere intelligenz und die fähigkeit werkzeuge zu benutzen. und genau das hat der mensch doch eher benutzt, um mehr zeit für diese anderen dinge zu haben, die uns menschlich machen. nur in der vergangenheit führte eine merkwürdige verteilung zu einem absurden elitismus, und nur einige konnten wirklich leben wie menschen, die anderen nur wie andere tier: essen, arbeiten, schlafen, sich fortpflanzen. seit der feudalzeit und der frühen industrialisierung sind aber jahrhunderte vergangen und heutzutage wäre dieser elitismus weder nötig, noch ist er praktisch. trotzdem gibt es leute die laut schreien „wer nicht arbeitet soll auch nichts essen“, was doch wieder dazu zurückführt jeglichen fortschritt aufzugeben und sich der nahrungssuche hinzugeben, wie die meisten anderen tiere. was soll daran ein ideal sein? natürlich ist das, wenns von oben kommt propaganda, denn die elite braucht ja eine dienerschaft, um auf deren rücken ein noch entfalteteres leben zu haben und wenns von unten kommt scheints so eine rechtfertigung zu sein oder einfach nur ein nachtrompeten von eingeimpften sprüchen und veralterten traditionen.

und an der stelle wird mir fast jeder entgegnen „aber die sachen müssen nunmal gemacht werden, das geht nicht anders.“. erstmal ist „das geht nicht anders“ die blödeste konservative ausrede und zweitens wird sich ja nichtmal bemüht irgendwo dafür zu sorgen, dass die menschen insgesammt weniger arbeiten müssen und sich mehr der kreativität u.ä. widmen können. da gibt es dann diese kollektivierung mit einem anführer, wo es offenbar darum geht „wenns einem aus unserer gruppe ganz gut geht, ist es das wert, dass es allen anderen schlechter geht“. das ist diese quasi-patriotische „du bist deutschland“-mentalität. und dann ist da ja noch das dogma der vollbeschäftigung. vollbeschäftigung! das muss man sich erstmal auf der zunge zergehen lassen: das höchste ziel jeder wirtschaftspolitik ist es, dass jeder arbeiten muss! und wenn unsere werkzeuge uns arbeit abnehmen und in der industrie weniger arbeiter gebraucht werden, dann werden wieder jobs erfunden. z.b. solche dienerjobs wie putzkräfte oder kellner. das ja jeder arbeiten muss, und der elite nutzt es ja auch noch. wenn man sowas dann nicht machen will, wird man als „faul“ beschimpft. wer ist fauler? derjenige, der nicht für andere sauber machen will oder derjenige der nicht für sich selber sauber machen will und sich deshalb diener einstellen muss?

und es gibt auch sonst keine anzeichen dafür, dass es wirklich nur darum geht, dass „nunmal einige sachen gemacht werden müssen“. es gibt sogut wie keine gruppen oder ideologien, die sich darum bemühen oder als ziel haben, dass es mehr arbeitslose gibt. oder dass man weniger stunden am tag arbeiten muss und mehr freizeit hat. sogar die gewerkschaften und betriebsräte stellen sich regelmäßig dagegen, dass betriebe mit robertern oder computern modernisiert werden, weil das ja dann „arbeitsplätze gefährdet“. das ist übrigens auch die beste ausrede, die es zur zeit überhaupt gibt um alles mögliche machen zu dürfen und zu rechtfertigen oder halt wie in dem fall zu blockieren.
und wenn wir dann vollbeschäftigung haben, dass leben wir in dem tollen „utopia“, wo die industrialisierung wieder rückgängig gemacht werden mussten weil sie „arbeitsplätze gefährdet“ hat; oder wo nur die höchste elite das recht auf ein gutes leben hat und damit verbunden auch das geld, sich herrscharen von dienerschaften zu halten, die keine andere wahl haben, weil sie von der lohnarbeit abhängig sind und die meiste andere arbeit von automaten ersetzt wurde? oder gar die orwell’sche version des ewigen krieges, damit alles produzierte möglichst schnell und verschwenderisch wieder vernichtet wird?

man könnte sich auch einfach überlegen, dass das nähren und versorgen von eliten (egal ob reiche, prominente, politbüros, regierungen/diktatoren o.ä.) und das arbeiten an sich als dogma nicht das höchste ziel der menschheit sein sollte; dass menschen das größte, heiligste und mächtigste überhaupt besitzen und es pflegen und schätzen sollten, und zwar nicht materiell aufgewogen, durch mehrheitsentscheidung kollektiv entwertet oder elitär verehrt; nämlich den menschlichen geist, die kreativität und alles was damit gemacht werden kann.

soweit wiedermal…
amonismusa1021

1 Antwort zu „quo vadis? (zur lohnarbeit und anderem)“


  1. 1 zweitersein So 2008/Jun/22 um 11/30/29

    Also, gehen wir mal davon aus, dass einer etwas kann, was andere nicht können, was aber wieder andere brauchen. Wenn wir mal nicht davon ausgehen, dass alle Menschen „perfekte Christen“ sind, die ohne Gegenleistung alles geben, dann wird dieser Mensch dieses, sein Können, auf den Markt werfen können, um sich damit die Gegenleistungen, die er benötigt, verdienen zu können.

    Beachte, für dieses Vorgehensweise ist kein Geld nötig (auch Tauschwirtschaft ist theoretisch denkbar) und es ist auch keine Lohnarbeit nötig, jeder könnte sein eigener Unternehmer sein.

    Lohnarbeit hat aber den Vorteil einer gewissen, vom Staat garantierten Sicherheit. Man kann sich auch eigenunternehmerisch arbeitende Schuhputzer vorstellen, die nirgends angestellt sind.

    Der Arbeitgeber hat hingegen gegenüber dem Arbeitnehmer gewisse, vom Staat garantierte, Pflichten. Er ist verpflichtet, den Arbeitnehmer bei der Sozialversicherung anzumelden, er muss sich um die Weiterbildung des Angestellten kümmern, er muss für die Sicherheit am Arbeitsplatz sorgen (Unfallgefahr!) etc etc., das sind alles Dinge, um die sich ein eigenverantwortlich arbeitendes 1-Mann Unternehmen selber kümmern muss.

    Ich denke also, dass Lohnarbeit nicht nur Nachteile hat, sondern auch Vorteile. Wenn man natürlich seine Freiheit liebt, dann wird man versuchen, sich auf eigene Beine zu stellen.

    meint
    Christoph


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