skeptiker sind objektivisten

“für den objektivist gibt es nur eine absolute wahrheit, die er und/oder seine gruppe natürlich erkannt hat. jeder der diese super-wahrheit nicht erkennt ist für ihn entweder dumm oder verblendet und muss [...] überzeugt werden.”

skeptiker gehören zu dieser gruppe von menschen, die anderen ihre erlebnisse und erfahrungen absprechen, alles subjektive verbannen wollen und angeblich die absolute wahrheit kennen. dabei sind sie die wahren gläubigen. die gläubigen des physikalismus, materialismus und objektivismus.

amonismusa1021

10 Antworten zu “skeptiker sind objektivisten”


  1. 1 io der ältere Sa 2008/Mai/03 um 13/49/45

    Ich kann nicht auf “die Skeptiker” Bezug nehmen, denn ich kenne die Geschichte derer nicht, die sich so bezeichnet haben. Aber ich kann auf der Grundlage der Begriffsdefinition durch Wiki und der Wortbedeutung antworten:

    Die These, dass Skeptiker Objektivisten seien ist per Definition falsch. Ein Skeptiker zweifelt daran, dass wir Wahrheit erkennen können. Wie willst du nun daraus Objektivismus konstruieren?
    Vielleicht so: der Skeptiker sagt, dass es die Wahrheit ist, dass es keine Wahrheit gibt.
    In dieser Form sollte dir das, durch die Selbstbezüglichkeit des Satzes entstehende Paradox auffallen.

    Vielleicht trägt folgende, weniger polemische und semantisch Äquivalente Formulierung meinerseits zur Klärung dieses Disputs bei:
    Skeptiker: “Ich sehe keine Möglichkeit, wie ich Wahrheit erkennen könnte.”

    Ein Skeptiker verfügt also nicht über den Zugang zum Objektiven (vgl. erisisch.de: Argumentationen).

    Aus dieser Position heraus entsteht natürlich ein kritischer Umgang mit Behauptungen. Und da ein Skeptiker kein Verständnis für jemand aufbringen kann, der Behauptet er seie im Besitzt der Wahrheit entsteht, zumindest in meinem Umfeld, oft der Eindruck, der Skeptiker hätte eine eigene Wahrheit, nämlich die, dass es keine gibt.
    Ein Faktor, der für das Zustande kommen dieses Missverständnisses eine Rolle spielt ist, denke ich, unsere, eine objektive Realität unterstellende Sprache. Ein anderer Faktor ist, dass Skeptiker, so scheint es mir, gerne polemisch Argumentieren, um das Gegenüber zu reizen, zu dem Zweck das Gegenüber zu animieren, seine religiösen Teilaspekte herauszustellen (also die Argumente und Aussagen, die als “gegeben”, “wahr” angenommen werden ohne, dass weiterer Zweifel daran gelassen wird) - eben die Punkte, in denen der Skeptiker und der nicht Skeptiker am meisten differieren.

  2. 2 a1021 Sa 2008/Mai/03 um 14/43/19

    ja, du hast recht, ich meine wohl nur die “aktivisten”. ich hab gerade auch rausgefunden, dass man diese leute auch “debunker” nennt. und ich glaube diese leute wollen mehr als nur provozieren, es geht ihnen vor allem darum festzulegen dass die momentane wissenschaftliche erkenntnis alles erklären kann und alles übernatürliche unsinnig, wertlos und unwahr ist, und das ist nichtmal besonders wissenschaftlich.

    ja, die skeptiker die gar nichts als wahr annehmen sind tatsächlich keine objektivisten.

  3. 3 io der ältere Sa 2008/Mai/03 um 15/04/57

    Jene “Debunker”, die ich bisher gesehen habe, wie z.B. “The amazing” Randi oder einfach nur die Leute auf Youtube, die die Tricks und Betrügereien enthüllt haben, mit denen in “The next Uri Geller” gearbeitet wurde, haben mir nicht den Eindruck vermittelt, dass sie alles Übernatürliche für “unsinnig, wertlos und unwahr” erklären wollen.
    Was sie versuchen, ist Leuten klar zu machen, dass das, was uns als “übernatürlich” verkauft wird, mit sehr hoher empirischer Evidenz nicht mehr ist, als eine geschickte Täuschung. Seit 1964 gibt es einen Preis, den jeder erhalten kann, der es schafft, ein “übernatürliches” Phänomen hervorzurufen. Mittlerweile ist der Preis auf eine Million US-Dollar gewachsen. Nun rate doch mal, wie oft er schon gewonnen wurde ;-)

  4. 4 io der ältere Sa 2008/Mai/03 um 15/09/15

    PS:
    Es scheint mittlerweile nicht mehr so “einfach” zu sein, den Preis zu gewinnen. Mehr dazu hier: http://www.skepdic.com/randi.html

  5. 5 a1021 Sa 2008/Mai/03 um 17/56/32

    ich kann dir dazu auch nur sagen wie ich das wahrnehme. und ich habe immer den eindruck, dass da diese objektivistische agenda hinter steht, dass nicht nur diese dinge nicht wahr sind, sondern dass es völlig unmöglich sei, dass so etwas wahr sein kann.
    wenn jemand glaubt, uri geller könnte löffel verbiegen, dann schadet das niemandem. obwohl es natürlich fraglich ist, warum das eine besondere fähigkeit sein soll… mit seinem geist kann man viel interessantere dinge machen.
    den preis kann niemand gewinnen, weil sich subjektiver glauben nunmal nicht immer wissenschaftlich-empirisch nachweisen lässt. muss es auch gar nicht, um trotzdem wahr zu sein für die, die daran glauben.

  6. 6 io So 2008/Mai/04 um 18/03/42
  7. 7 Konrad Endler Di 2008/Mai/06 um 13/50/54

    Die Skeptiker, die ich kenne, wissen in der Regel um die Dialektik der Aufklärung und sind deshalb in der Lage, zu realisieren, dass sich subjektive Sichtweisen einander annähern können, womit, mit ein bisschen Glück, der objektiven Wahrheit nähergekommen wäre. Leute, die darauf pochen, im Besitz einer absoluten Wahrheit zu sein, würde ich nicht als Skeptiker bezeichen, - eher als Gläubige (was das Gegenteil ist).

  8. 8 a1021 Di 2008/Mai/06 um 19/01/07

    erstmal danke für eure kommentare… ;)

    @io:
    das ist zwar ein gutes argument (worüber ich erstmal etwas nachdenken musste, deshalb hat die antwort jetzt etwas länger gedauert), gilt aber für alles kulturelle und selbst für die wissenschaft. es gibt z.b. auch den merkwürdigen brauch schweine und rinder zu ermorden und deren fleisch zu verzehren. und es gibt auch wissenschaft, die sich nur damit beschäftigt bessere waffen u.ä. zu entwickeln. aber deswegen kommt keiner auf die idee zu sagen, kultur und wissenschaft wären allgemein etwas schlechtes oder schädliches. es kommt wie bei allen dingen darauf an, was man damit macht.
    wo ich geschrieben hab, es würde keinem schaden war das beispiel mit dem löffel verbiegen. und da gibt es keinen schaden. ausser man sieht es als “schaden” an, dass die leute etwas glauben was nicht der “wahrheit” entspricht. aber wenn man diese wahrheit selber definiert und es als schaden sieht, nicht daran zu glauben ist man schon wieder objektivistisch.

    @Konrad Endler:
    es geht nicht darum, die “ganze wahrheit” zu kennen, sondern eine objektive wahrheit an sich. zu behaupten, es gäbe eine wahrheit die für alle gelte und dass jeder, der sie nicht erkennt oder deren erkenntnis sucht und anerkennt dumm oder naiv ist. der glaube der skeptiker (zumindest die ich hier meinte) ist der an eine objektive, vom menschen unabhängige welt, der man sich unterwerfen muss. das ist u.a. deren objektivismus.

  9. 9 Konrad Endler Mi 2008/Jul/09 um 13/19/24

    @a1021
    Wo schrieb ich denn etwas von einer “ganzen Wahrheit”? Und dass “objektive Wahrheit” nur ein idealistisches Konstrukt ist, da einer Wahrheit ja nun mal im Gegensatz zur Realität eine Erkenntnis vorausgehen muss, und eine Erkenntnis immer subjektiv ist, womit man das Entstehen einer “objektiven Wahrheit” als unmöglich bezeichnen darf, ist doch nun wirklich nur für Heißsporne irrelevant, denen es darum geht, unbedingt recht zu haben, und die eine Diskussion nicht als Möglichkeit betrachten, etwas zu lernen. Solche Typen findet man aber bei allen Glaubensrichtungen, wobei sich die “gläubigen Skeptiker”, und ich kann mir vorstellen, wen du damit meinst, oft als besonders große Ignoranten des Arguments herausstellen, da sie ihren Glauben nicht wahrnehmen können, weil ihn für eine besonders realistische Natursicht halten.
    Ich wollte in meinem Posting darauf hinweisen, dass der echte Skeptiker, der den Zweifel dem Glauben vorzieht, nicht zu dieser Kategorie zu rechnen ist. Daher wird der Begriff Skeptiker hier falsch verwendet. Dies wirkt diskreditierend. Sinnvoller wäre es, einen geeigneteren Begriff zu finden.
    Grüße
    Konrad

  10. 10 a1021 Di 2008/Jul/15 um 22/21/52

    ja, ok ich kanns in der form einsehen. allerdings ist dann der einzige begriff, der mir dazu noch einfällt “objektivisten”. objektivisten sind objektivisten, zumindest da wäre ich mir sogar ziemlich sicher… ;)
    die skeptiker sind dann wohl eine weitere “gruppe”. wenn für “konstruktive subjektivisten” alles was sie glauben wahr ist, und für objektivisten eine abstrakte “wahrheit” von aussen, scheint für die skeptiker dann wohl alles im zweifel zu sein. ich hatte daraus den schluss gezogen, sie würden glauben anzweifeln, weil sie selbst darüber hinnaus auf diese selbe “wahrheit” blicken, wie die objektivisten. es ist halt auch eine weltsicht “von aussen nach innen” finde ich, und nicht “von innen nach aussen”, wie ich das sehen.

    ps: tut mir leid, dass dein kommentar ne woche lang im spam-filter hing…

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