Archiv für Oktober 2007

zurück in die städte

menschen haben jede menge rechte. diese rechte sind als „menschenrechte“ bekannt und werden von den meisten staaten anerkannt (allerdings nicht von allen umgesetzt, aber das ist ein anderes thema). wieviel das wert ist, dass staaten solche rechte erzwingen anstatt sie friedlich zu vermitteln, das will ich hier mal aussen vor lassen.
mir geht es vor allem um die rechte, die die anderen tiere haben. offenbar haben sie ein sehr beschränktes recht nicht zu sehr gefoltert zu werden, etwas was man „tierquälerei“ nennt. sie haben allerdings kein recht auf leben, freiheit oder lebensraum. diese rechte stehen nur einer tierart zu, dem menschen. warum ist das so? die anderen tiere sind uns unterlegen. der mensch hat die macht und bestimmt, dass sein leben schöner ist, wenn er die anderen als minderwertig betrachten kann. denn andere menschen versklaven, töten oder sogar aufessen, das wäre ja „barbarisch“, das geht nicht, also nimmt man halt andere tiere.
man stelle sich nur mal die ganzen dinge die mit anderen tieren gemacht werden vor, wie sie mit menschen besetzt aussehen würden… zoos, haustiere, schlachterein, zwangsumsiedlung etc. die meisten menschen meinen, das kann man nicht vergleichen. aber warum nicht? weil die anderen tiere angeblich weniger intelligent sind? trotzdem darf man auch keine dummen menschen töten. weil sie schwächer sind? trotzdem darf man keine schwachen menschen in käfige sperren. weil sie sich nicht wehren? ist sklaverei an menschen gerechtfertigt, solange sie keinen aufstand machen? alle diese gründe sind nicht besonders gut und am ende bleibt nur einer übrig: weil die anderen teire anders sind, weil sie keine menschen sind. ich behaupte einfach mal, dass diese ansicht nicht weit vom rassismus entfernt ist.

nun zu meiner überschrift. ich glaube es wäre gar nicht so schlimm, wenn der mensch seine autoritäre stellung in der natur aufgeben würde und sich in seine lebensräume zurückzieht und den anderen tieren und den pflanzen ihre lebensräume lässt. die evolutionäre besonderheit des menschen ist seine fähigkeit werkzeuge zu benutzen. wir bauen städte statt nestern in denen wir wohnen. das kann ein platz des menschen sein. oder einiger menschen.
ich maße mich nicht an zu bestimmen, wie die menschen am besten leben könnten. nur der mensch benimmt sich insgesammt als art zur zeit ziemlich daneben und beansprucht boden, lebewesen und sogar genetisches material als sein „eigentum“. und sobald wildtiere anfangen auf ihrem territorium die tiere zu jagen, die der mensch da als „vieh“ gefangenhält, wird sofort mit dem töten der jäger begonnen. wenn ein tier, wie z.b. ein bär in ein gebiet kommt wo der mensch sich anmaßt ein alleiniges lebensraumrecht zu beanspruchen wird dieses tier einfach ermordet. der mensch pflanzt pflanzen an stellen wo sie natürlich nie wachsen würden, und zwingt sie da mit düngern und bewässerung zu wachsen und wundert sich dann, wenn die pflanzen nicht „gehorchen“ und verdorren. der mensch baut seine städte in überflutungsgebiete, zwingt ganze flüsse in andere bahnen und breiten und jammert dann unschuldig, wenn es überschwemmungen gibt. die menschen holzen wälder an hängen gnadenlos ab und wundern sich über lawinen. und die liste geht immer so weiter.

ich kann nur hoffen, dass es irgendwann einmal ein äquivalent der menschenrechte geben kann, das für alle tiere gilt. und das der mensch sich nicht mehr als herr, sondern als teil der natur ansehen kann. und das muss nicht bedeutet, dass man auf fortschritt verzichtet.

a1021

die top n der beknacktesten noch verwendeten maßeinheiten

  1. gigawattstunden pro jahr:, stunden rein, jahre raus, kurz durchgequirlt, prima ;)
  2. karat:, das gewicht eines johannisbrotsamens..
  3. typographische längeneinheiten:, ein punkt, und noch ein punkt, und noch ein punkt, und nix passt zusammen, toll ;)
  4. fußballfelder, als flächenmaß: wie währe es noch mit golfplätzen und tischtennisplatten :P
  5. das imperiale ’system’: zugegeben die maße haben ein klares verhältnis zueinander.. irgend eins..
  6. mol: du willst eine große zahl moleküle angeben, wie machst du das am besten? richtig du teilst die zahl durch, ähm, sagen wir 6.022 141 79 x 1023
  7. monate: ursprünglich mal gleich dem mondzyklus, weise menschen habe diesen störenden realitätsbezug entfernt, jetzt sind die monate auch endlich unterschiedlich groß..
  8. stunden, minuten, sekunden: hmm, wie teilt man zeit günstig ein, hmm 24 ist ne schöne zahl.. und 60 auch und nochmal 60.. vielleicht auch mal 42? ach nein, lieber nicht :P
  9. wochen: nun ja man kann seine religion ja ausleben wie man will, aber warum muss man gleich einen kalender daraus machen? vor allem wenn man sich sowieso nicht einigen kann welcher nun der ruhetag ist :P
  10. dezimale maße für binäre speicher: ausgerechnet dort wo mutter natur die wunderschön adressierbaren bits schuf meint man das dezimalsystem mal ernst nehmen zu müssen, schande..
  11. meter und liter, ar und gramm: leute, ist es denn so schwer? warum nicht eine größe für länge, und davon das volumen und fläche direkt ableiten, und wenn einem wasser so gefällt kann man ja die von einer volumeneinheit wasser als gewichtseinheit nehmen, aber doch nicht so..
  12. das si-system: kein schlechter ansatz, aber es gibt konsequentere umsetzungen

jemand noch ne idee?
wär toll wenn ich n noch etwas inkrementieren könnte ;)

–marti

kirche und macht

letzens habe ich durch einen zufall in einem kirchenblättchen folgenden artikel gelesen (leicht gekürzt, hervorhebungen von mir, namen entfernt):

Einladung zum „Wächtergebet“
Das Gebet ist der Atem des Glaubens. Es verändert Menschen und Probleme. Durch das Gebet bekommen wir Zugang zur „Schatzkammer Gottes“. Gott wartet auf unser Gespräch mit ihm. Dabei befreit uns die Fürbitte davon, dass wir uns selbst zu wichtig nehmen. Gottes Wort ruft uns auf, für andere einzutreten, besonders für die Obrigkeit.
Viele Menschen schimpfen auf die Regierung. Vielleicht hat ein Großteil von ihnen die Hintergründe und das Gesamtbild des politischen Handelns nicht im Blick. Wir laden Sie ein, aus biblischer Sicht aktuelle politische Ereignisse wahrzunehmen und gezielt für die, die uns regieren, zu beten.
Wer ist bereit, einmal im Monat sich in einem kleinen Kreis informieren zu las-sen und für die Anliegen der Öffentlichkeit in unserem Land vor Gott im Gebet einzutreten? Wer daran auch nur ein klein wenig Interesse hat, der melde sich bitte bei [den veranstaltern] oder einem anderen Mitarbeiter. [ ... ] Das Lebensalter spielt keine Rolle. In einem ersten Treffen wird den Interessenten das Anliegen der Information und des sog. Wächtergebets vorgestellt. Dann können Sie sich immer noch entscheiden, ob das Ihren Vorstellungen entspricht. Ich mache Ihnen Mut, sich dafür zu interessieren.
[der verfasster]

es ist für mich irgendwie bedauerlich dass auch die evangelische kirche solche autoritätenfreundlichkeit praktiziert
es geht mir nicht darum das für autoritäten gebetet wird, erstens sind es auch menschen wie alle anderen und zweitens kann es sicher auch eine last sein andere zu beherrschen
und es währe sehr unfreundlich menschen nach ihren gebeten zu urteilen

das ändert aber nichts daran das autorität (und somit auch regierung) etwas ist was man nicht schön reden sollte
es ist nicht nur zutiefst unfreundlich, menschen zu bevormunden es nimmt ihnen auch ihre selbsttändigkeit und verantwortungsbewusstsein
außerdem neigen beherrschte menschen auch dazu selbst zu beherrschen, und eine hierarchie der unterdrückung kann enstehen (vom staat bis zum ‘familienoberhaupt’)

es ist überhaupt nichts problematisches daran wenn jemand „auf politiker schimpft“, es gibt genügend gute gründe dazu
es wäre kein grund sie zu hassen aber das tun glücklichwerweise auch nicht sehr viele

und ich habe nie gehört das Jesus oder ein anderer interessanter religiöser denker jemals staat und herrschaft als etwas gutes und richtiges gesehen haben

religionsgemeinschaften waren lange als machtinstrument missbraucht und sind es selbst heute noch
gläubige sollten sich dagegen wehren, und in ihrem glauben kraft für ihr eigenes, freies leben finden

–marti


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