Wenn man ein Stück Papier anzündet, dann brennt es solange, bis nichts mehr übrig ist ausser Asche. Die Reaktion ist schnell und vollkommen, ausser man greift ein und löscht das Feuer. Würde man immer mehr Brennmaterial zur Verfügung stellen, dann würde das Feuer immer weiterbrennen, bis nichts mehr da ist.
Chemische und physikalische Reaktionen laufen stets gleich ab. Natürlich gibt es immer einen Unterschied bei verschiedenen Versuchen und am Ende muss ein Durchschnitt errechnet werden, der zu einem Erwartungswert wird. Aber würde man ein perfektes Experiment durchführen können, welches absolut gleich zu einem anderen ist, dann wäre auch das Ergebnis absolut gleich. Das Ergebnis hängt also absolut von den Anfangsbedinungen ab. Die Abweichungen bei Versuchen rühren nur daher, weil die Anfangsbedinungen nie gleich sein können bei verschiedenen Versuchen. Es zeigt aber, dass es dort soetwas wie Zufall gar nicht gibt. Zufall erscheint uns nur so, weil wir die Anfangsbedinungen niemals alle erfassen könnten.
Eine lebende Zelle, die mit entsprechenden Nährstoffen versorgt ist, wird sich immer weiter teilen. Die Teilung hört erst auf, wenn die Nährstoffe aufgebraucht oder die Zelle getötet wird (also ihre Fähigkeit zur Zellteilung genommen wird).
Ich werde jetzt noch viel weiter ausholen:
Die Datenübertragung im menschlichen Gehirn geschieht mit Hilfe elektrischer Impulse und Biochemischer Reaktionen.
Nehme ich mal an, dass was ich anfangs geschrieben habe ist alles war. Dann gibt es auch bei diesen Reaktionen keine Zufälle – noch viel mehr jede Reaktion baut auf einer vorherigen Reaktion auf, die eine bestimmte Situation hinterlässt. Die ganzen Reaktionen im Körper lassen sich zurückverfolgen bis zur ersten Teilung, sogar noch viel weiter, denn auch die erste Teilung ist gar nicht die erste, es teilt sich ja nur eine zusammengesetzte Zelle, die aus Zellen besteht die auch nur durch Zellteilung und damit aus langen Reaktionsketten entstanden sind. Man kann das ganze dann noch weiter zurückverfolgen: Zur ersten menschlichen Zelle, zur ersten Zelle überhaupt, zu den ersten Aminosäuren und zu den ersten Molekülen und Atomen. Alle in einer gigantischen Kette von Reaktionen, die jeweils die vorherige vorraussetzen und ganz eindeutig die nächste zur Folge haben.
Gäbe es dann noch einen freien Willen? Oder ist das nur eine Illusion, erschaffen durch einen Geist, der über sich selbst nachdenkt, aber auch das nur aufgrund der Mechanismen, die er damit verneint?
Ich weiß, dass lebende Zellen mehr sind, als Reaktionen und Gehirne mehr als Ansammlungen von Zellen. Sie sind sprichwörtlich „mehr als die Summe ihrer Teile“.
Ist das also der „freie Wille“? Kann das, was auf einer definierten Ordnung aufbaut Chaos sein? Die Kettenreaktion zum Zufall führen. Ich bin mir nicht sicher. Und ich werde es wohl auch nie verstehen können. Dafür müsste man wohl alle Anfangsbedinungen des Universums kennen, daraus die Zukunft berechnen und dann sehen, ob das Ergebnis eindeutig ist oder beeinflussbar.
Naja, die Überlegung war auch auf Grund der Annahme, dass unter perfekten Bedinungen immer die gleichen Ergebnisse erzielt werden. Auch da bin ich mir nicht sicher. Es könnte durchaus sein, dass auf einer bestimmten Ebene Dinge doch von einem – wie auch immer gearteten – Zufall beeinflusst werden. Von einem absoluten Chaos.
Oder genau das ist Gott. Dann wäre Gott gleich Chaos.
a1021
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