Archiv für Oktober 2006

ecdl: gedankenlose kompetenz #01

ich wurde gestern nachmittag getestet, für den „europäischen computerführerschein“, ecdl (european computer driving license)

im prinzip kling das ja sogar relativ einleutend: leute die an einen computer gehen sollten erstmal wissen wie man einen computer benutzt, und wie er (vielleicht nicht in allen details) überhaupt funktioniert
man könnte sich darum streiten ob die heutige software nicht erheblich einfacher zu benutzen ist und somit soetwas überflüssig ist, ich bezweile das, weil ich keine graufische benutzeroberfläche kenne die die funktionsweise der ‘darunterliegenden’ funktionen konsequent korrekt beschreibt
ich halte das für einen großen irrtum, es wird viel mehr ein paralleluniversum für benutzer geschaffen, eine benuzeroberfläche die die eigentlichen prozesse in eine möglichst ‘einfache’ und hintergrundlose darstellt, nicht ‘vorhandene’ dinge erfindet, und ‘zu komplizierte’ dinge konsequent versteckt hält (was auch ein wesentlicher grund dafür ist das die betriebssysteme immer größer werden, ohne viele sichtbare fortschritte zu zeigen)
das sehe ich als einen fehler an
ich denke es ist eine strategie des industriezeitalters war die menschen die maschienen die sie eigentlich zur fertgung von produkten benutzen sollten, nur noch einem möglichst geringen teil der funktionsweise der maschiene kennen, nämlich genau soviel um die mschiene reibungslos am laufen zu halten
sie wurden vom benutzer zum bediener
ehm ja.. soviel mal zu den heutigen benutzeroberflächen

jedenfalls habe ich eine relativ klare vorstellung was ein ‘computerführerschein’ sein sollte:
er sollte zeigen wie ein computer hardwaremaßig aufgebaut ist und wofür die einzenlen geräte da sind
er sollte zeigen was elektronische datenverarbeitung überhaupt ist, also erkläten wie man mit strom bits manipulieren kann
er sollte zumindest grob zeigen was ein programm ist, was programmieren bedeutet, und welche verschiedenen ‘arten’ von programmen (ausführbare binärdateinen, scripts, bytecode und sowas) es gibt
er sollte zeigen wofür der kernel verantwortlich ist, was eine api ist und wie anwendungsprogramme sie benutzen
er sollte zumindest grob zeigen wie netzweke funktionieren, was ein protokoll ist und bei wem die daten die man in netwerken herumschickt ankommen und bei wem welche daten ankommen können
er sollte eine übersicht über das web geben, wege zur informationsbeschaffung zeigen und einen kritischen umgang mit informationen fördern
er sollte ein überblick über das softwareangebot, verschiedenen entwicklungsmodelle, philsophien und hintergründe der softwareentwicklung geben
er sollte die verschiedenen desktopumgebungen für Windows, KDE; GNOME und Mac OS X erklären, die verschiedenen konzepte des festermanagements, und dem umgang mit systemtools, webbrowsern, mailclients und sie grobe kenntnis von einigen anwendungsprogrammen
wer diese kenntnisse hat könnte sich ruhig an einen computer begeben und ihn für seine zwecke nutzen, fehler gut einordnen und oft beheben, und sich tiefer gehende informationen einfach selbst zu beschaffen

jetzt zum lehrgang:
in der woche von 2006/10/23 bis 2006/10/29 sollten wir, die azubigruppe der mediengestalter und büroarbeiter des zweiten lehrjahres aus meinem ausbildungsbetrieb einen lehrgang besuchen
er fand in einer berufsschule im selben ort statt, ‘lehrer’ wahren je ein ausbilder aus beiden ausbildungsbereichen, wobei der ausbilder der mediengestalter offen zugab das er keine ahnung von windows hat weil er sonst mit mac-os arbeitet, und der andere scheinbar auch nicht viel mehr konnte als er unterrichtete
in den erstem teil gings
inhaltlich war es aus meiner sicht einfach unzureichend und schlecht
es wurde ein bisschen unorganisiert erklärt wie man auf dem desktop herumklickt, dateien mit dem explorer herumwirft, die ’systemsteuerung’ offnet und da ein paar sachen umstellt
die theoretischen grundlagen waren dabei oft halbwahrheiten oder gänzlich falsch („explorer“ war z.b. ausschließlich ein dateimanager mit einer ‘ordnerleiste’ das er praktisch den ganzen dektops darstellt und mit dem internet-explorer fest verschmolzen ist, was eine sehr spezielle eigenschaft won windows ist wurde nicht erwähnt)
der editor wurde lediglich als einfaches textverarbeitungsprogramm gesehe
keiner der kursteinehmer der es nicht schon vorher wusste hat gelernt was die registry ist, was libarys und ausführbare binary sind

eigentlich wollte ich jetzt zu der eigentlichen prüfung kommen, die währe sie eine parodie auf das verhältnis zwischen computern und arbeitnehmern, sehr amüsant währe
ich werde es wahrscheinlich am freitag weiterschreiben und ein paar fehler korrigieren.. jetzt muss ich erstmal den rest der woche weg :/

–marti

Das Gesetz der Zeit

Mein neues Lieblingsgesetz ist das Zeitgesetz. Schon alleine wegen dem Namen. Es handelt sich dabei nicht um Physik, sondern nur um eine gesetzlische Bestimmung, welche Zeit die „richtige“ wäre.

Ich frage mich gerade, wozu die Uhrzeit überhaupt da ist, ausser die Menschen in Formen zu zwingen. Es gibt anerkannte Uhrzeiten, an denem man schlafen zu gehen hat, an denen man zu essen hat. Es gibt Uhrzeiten zu denen man zur Arbeit oder zur Schule gehen muss. Wenn ich nur an die Stundenpläne meiner Schulzeit denke… Sogar unsere Freizeit muss sich danach richten. Das Wort erscheint dann alleine schon in einem ganz anderen Licht.

Dabei wäre es viel einfacher möglich: Man isst, wenn man Hunger hat, man schläft, wenn man müde ist, wenn etwas zu tun ist, dann tut man es, wenn man etwas lernen möchte, dann lernt man es und wenn man auf irgendetwas anderes Lust hat, dann tut man das einfach. Wenn jeder Mensch von sich und von innen heraus so denken würde, dann würde immernoch alles funktionieren, mit viel weniger Regeln und vor allem mit viel logischeren Regeln. Aber da Denken größtenteils unerwünscht ist, muss man die Menschen offensichtlich an die Hand nehmen und ihnen sagen, wann etwas zu tun ist… Und dem ganzen noch einen Namen geben…

Ein „geregelter Tagesablauf“ ist schon zu einem heiligen Begriff geworden, dem sich kaum jemand zu widersetzen wagt.

Und wenn man sich dann gerade hat einzwängen lassen, werden einfach nochmal die Regeln geändert. Damit auch jedem klar ist, wer schließlich das sagen hat, wenn es um die Zeit geht.

a1021

tetris und copywar

wie ich grad gelesen habe hat tetris wohl noch ein bisschen mehr geschichte zu diesem spiel..
für mich zeigt das mal wieder wie absurd das aktuelle system des geistigen eigentums ist: ein spiel was jeder kennt wurde von einem programmierer geschrieben der nie etwas dagegen hatte das andere es kopieren, und trotzdem wurde um das spielkonzept ein riesiges lizenzgemetzel veranstaltet..

ich find es echr traurig das man sich nicht einfach an ideen von anderen erfreuen kann, es währ so einfach..
ich hoffe das ich nie darauf angewiesen bin meine gedanken zu verkaufen..

–marti

@ECHO=ON

hi

das soll der neue blog von mir und a1021 werden..
seid gespannt ;)


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